Gedanken

    Oct
    03

     

    Ich rase durch die Nacht, über die Autobahn, auf dem Weg zu meiner Arbeit, wie jeden Montag morgen. Menschen, tausende Menschen begleiten mich. Alle scheinen zum selben Ziel unterwegs zu sein. Starren verbissen durch ihre Windschutzscheiben auf die dunkle Strasse. Fluchen, drängeln und schubsen. Jeder mit dem Gedanken, schneller sein zu müssen als der andere. Als kommt es auf eine Länge an, auf 20m. Auf Sekunden, die sie gutmachen, wenn sie dich von der Bahn gedrängt haben. Rasen durch die Völkerwanderung, durch die Nacht in den Morgen hinein.

    Ich sehe die meisten wieder. Mit Warnblinkanlage am Strassenrand, im günstigsten Fall. Meist jedoch auch Blaulicht und Stau. Dort stehen dann die Drängler und Raser mit ineinander verkeilten Fahrzeugen oder liegen im Krankenwagen. Über manchen wird auch ein Tuch gedeckt.
    Ich stelle mir im vorbeifahren die Frage: "Hat sich das jetzt gelohnt?". Nachdenklich gehe ich vom Gas und mache dem nächsten Irren Platz.

 

 

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