Japan ist überall

    März
    20

     

    Täglich erreichen uns neue Horrornachrichten aus Japan. Als ob die Japaner mit Erdbeben und Tsunami noch nicht gestraft genug wären, jetzt fliegen denen auch noch die Kernkraftwerke um die Ohren.
    Die Menschen haben Angst. Verständlich, denn der Vergleich mit Tschernobyl drängt sich auf. Sollte es zum Supergau kommen, also wenn die Kernbrennstäbe schmelzen und sich durch das Erdreich fressen, dann würde das in einer Katastrophe gipfeln, die weite Teile Japans auf Dauer unbewohnbar machen würden.
    Allerdings war Tschernobyl, was nur die allerwenigsten wissen dürften, noch nicht einmal der größte Super-GAU. Tschernobyl kam nur an das Tageslicht, weil Schweden die Strahlung gemessen hat und der Sache auf den Grund ging.
    Der vom Schadensausmaß größte radioaktive Unfall ereignete sich am 29. September 1957. Er wurde erst 30 Jahre später bekannt als Unfall von Mayak beziehungsweise Kyshtym. Es gelang der sowjetischen Führung 30 Jahre lang, diesen Vorfall vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.
    Nicht zuletzt auch deshalb, weil Mayak mitten im Ural, in der Nähe von Tscheljabinsk, liegt. Was war dort geschehen?

     

    "In der Gegend um Mayak entsteht 1948 eine unterirdische Fabrik und Wiederaufarbeitungsanlage, die in bis zu 6 Kernreaktoren waffenfähiges Plutonium für das sowjetische Militär herstellt. Die Anlage galt als hochgeheim. Einer der Reaktoren ist noch heute in Betrieb.
    Die sowjetische Führung ließ von Anfang an wichtige Sicherheitsvorschriften im Umgang mit radioaktiven Material außer Acht und setzte vorsätzlich tausende von Menschen der Radioaktivität aus. Das Kühlwasser des Flusses Tescha (Teja) wurde direkt durch den Reaktorkern geführt und hochkontaminiert in den Fluss zurückgeleitet. Tescha ist eine Trinkwasserquelle für 120.000 Bewohner der Region. Dies und einige andere Umstände führen zu einer hohen radioaktiven Verschmutzung der ganzen Gegend.
    Die Reste der Aufbereitung (Säuren und ähnliches) haben einen hohen Anteil an radioaktiven Nukliden. Diese werden in Tanks zwischengelagert. Dabei entsteht durch den radioaktiven Zerfall der Stoffe Wärme - die Tanks müssen deshalb gekühlt werden. Als die Kühlung einer dieser 250 Kubikmeter fassenden Tanks am 29. September 1957 versagte, explodierten infolge der großen Hitze die enthaltenen Nitratsalze und setzen große Mengen an radioaktiven Stoffen frei. Die Kettenreaktion soll laut Zeugenberichten als leuchtender Schein noch hunderte Kilometer entfernt gesehen worden sein und in damaligen sowjetischen Zeitungen als Wetterleuchten bzw. Nordlicht erklärt worden sein.
    Aufgrund der bei weitem besseren Berichterstattung, zentraleren Lage (bzw. näher zu Mitteleuropa) und damit höheren Spektakularität wird im Allgemeinen fälschlicherweise der Reaktorbrand 1986 in Tschernobyl als gravierendster Nuklearunfall gesehen. Auch, weil keine Messgeräte in Schweden ausschlugen und weil die Kontamination sich lediglich auf den Ural beschränkt, konnte der Unfall 30 Jahre vor der Weltöffentlichkeit geheimgehalten werden.
    Die Verseuchung der Gegend wird mit etwa 20 Millionen Ci (Curie) angegeben, dies ist nahezu die doppelte Menge des Tschernobyl-Unfalls."
    "Quelle: www.infobitte.de"

     

     

     

     

     

     

    Tschernobyl wurde nur so bekannt, weil es näher an der "Zivilisation" lag. Dennoch war der Unfall in Tschernobyl nur halb so stark wie der in Mayak!

     

    Kann eine derart gravierende Verseuchung der Umgebung auch in Fukushima stattfinden?
    Diese Frage muß mit einem eindeutigen "JA" beantwortet werden.
    Auch Deutschland ist vor solchen Katastrophen nicht geschützt. Wer sich als Kernkraftwerksbetreiber hinstellt und in die Presse trompetet: "Unsere Kraftwerke sind sicher", der gehört meines Erachtens sofort weggesperrt, da er an starkem Realitätsverlust leidet und neurologisch untersucht werden muß.
    Kernkraft ist nicht sicher. Niemals, in keinem Falle. Ich bin kein Kernkraftgegner. Dennoch bin ich mir der Gefahr bewußt, das uns so ein Meiler jeden Tag um die Ohren fliegen kann. Selbst Prof. Harald Lesch, der sich auch zur Kernkraft bekennt, meinte einmal, das die Menschen für diese Naturgewalt noch nicht bereit sind. Vielleicht sind sie es in 100 oder 200 Jahren, wenn sie gelernt haben, das es bei Kernenergie nicht nur um das Geldverdienen geht.
    Deutschland ist geradezu von Kernkraftwerken umzingelt. Nicht nur den eigenen, sondern auch von Schrottreaktoren wie in Tschechien, Belgien und Frankreich.
    Leider gibt es im Moment keine Alternative zur Kernkraft. Wer will schon das ganze Land mit "Windmühlen" oder Solarspiegeln zu müllen? Ich nicht.
    Dennoch bin auch ich der Meinung, das man die ältesten Reaktoren endlich abschalten soll. Ein Auto fährt man ja auch nicht 30 Jahre. Und wenn, dann geht eins nach dem anderen kaputt.
    Nun ist ein Kernkraftwerk aber kein Auto. Wenn dort etwas kaputt geht, wird es meistens ungemütlich. Eine neuere Untersuchung hat ergeben, das fast alle deutschen Meiler nach heutigem Stand der Technik nicht genehmigungsfähig wären. Das bedeutet, das diese Reaktoren heute nicht mehr an das Netz gehen dürften.
    Bleibt nur zu hoffen und zu beten, das die alten Meiler abgeschaltet werden und die neueren regelmäßig gewartet werden, das nie einem Terroristen ein Anschlag gelingt und Naturkatastrophen sowie technisches und menschliches Versagen die Meiler weiträumig umgehen.
    Andernfalls: Gnade uns Gott!
    Wer mehr über die atomaren Unfälle der letzten Jahre lesen möchte, der informiere sich bitte hier:

     

     

     

     

     

    Und so funktioniert ein Kernkraftwerk

     

     

     

 

 

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